Vor den Zeiten des Internet schickten sich die Menschen Briefe – auch um per Post miteinander zu spielen. Es gab zahlreiche kommerzielle Play-by-Mails mit etwa einem Zug pro Woche, den man einschickte und auf den man einen Computerausdruck oder sogar einen handschriftlichen Text als Antwort erhielt. Einige dieser Spiele existieren noch heute, meist inzwischen via Email.
Einen recht einfachen Einstieg in das Genre bietet ein RPG namens Quest, welches heute von KJC Games betrieben wird. Die Online-Version von Quest erlaubt Züge im Minutentakt, also kein tagelanges Warten auf den Postboten mehr. Mit einer Truppe von bis zu 15 Helden zieht man über eine große Karte, kämpft mit Monstern, fängt Pferde und erforscht Dungeons.
Der Anfang ist zäh, mit nur sechs Charakteren und etwas Gold für Ausrüstung beginnt man in einer kleineren Siedlung und versucht, sein Glück zu machen. Man kauft sich erste Waffen und Rüstungen, plaudert mit den Ladenbesitzern und hört Gerüchte über nahe Dörfer, Städte und Verliese. Pro Zug können 15 Befehle abgegeben werden, Vorausplanung ist also gefragt.
Das Spiel besteht fast nur aus englischem Text, ist nicht anfängerfreundlich und extrem veraltet. Aber wen interessiert, wie kontinentüberspannende Multi-User-Spiele in den Achtzigern aussahen, der findet vielleicht daran Spaß.